Wie viel hilft „Viel hilft viel“ im Training wirklich?

Eigentlich war für heute ein ganz anderer Beitrag geplant, aber mir kam spontan dieses Thema in den Kopf – Liebe Mina, ich weiß, dazu könntest du auch ein Lied singen. Spontanität rules!


„Viel hilft viel“

Ein Motto, was ich vor allem im Fitnessstudio beim Thema Training und Muskelaufbau unglaublich oft gehört habe. Meist von Leuten, die 3 Stunden im Studio verbringen und pro Muskelgruppe 10 Übungen á 8 Sätze und 20 Wiederholungen machen. Denn, von nichts kommt schließlich nichts.

Ich kenne das. Lange Zeit habe ich mach dem gleichen Motto trainiert und dann gemerkt – es bringt mir nichts. Abgesehen davon, dass ich wahnsinnig viel Zeit verschwende. Und ich am Ende vom Training trotzdem nicht kaputt, sondern nur wahnsinnig unzufrieden bin.

Meiner Erfahrung nach gibt es bei einem zu langen Trainingsplan genau zwei mögliche Szenarien:

  1. Man gibt sich während den einzelnen Übungen nur halbherzig Mühe um Energie für den gesamten Trainingsplan zu haben.
  2. Oder man macht die ersten Übungen mit voller Motivation und hat für alle folgenden keine Kraft mehr.

„Viel hilft viel“ steht für mich auf einer Stufe mit dummen Sprüchen wie „Masse ist Macht“.

Ich bin ein Mensch, der beim Sport gerne ausprobiert. Egal wie zufrieden ich bin, irgendwo suche ich immer danach etwas zu finden, das noch besser funktioniert. Und seit ich diesen „Viel hilft viel“ Gedanken aus meiner Trainingsroutine gestrichen habe, habe ich nicht mehr nur mehr Spaß im Training, sondern bin auch mit dem Ergebnis danach jedes Mal viel zufriedener als davor. Ebenfalls sehr positiv; ich spare mir einiges an Zeit.

 

Qualität vs. Quantität

Klar, hatte ich am Anfang Zweifel, meinen endlos langen, ausgeklügelten Trainingsplan radikal zu kürzen.

Doch wie gut das eigentlich tun kann, habe ich selbst erst am Wochenende wieder erlebt. Das ist auch der Grund, warum ich diesen Post überhaupt schreibe. Seit knapp 1 1/2 Jahren habe ich Trainingspartnerbedingt, jeden Donnerstag die gleichen 8 Übungen für die Beine hinter mich gebracht. Richtig kaputt oder zufrieden war ich vor allem im Verlauf der Zeit immer seltener. Und das, obwohl ich mir jedes Mal Mühe gegeben hatte.
Da ich nun wieder alleine trainiere, habe ich das ursprüngliche Konzept das letzte Training spontan über den Haufen geworfen. Nach einer Stunde und vier Übungen war ich durch – sowohl mit dem Training, als auch meiner Energie. Und es hat mir wieder gezeigt: Hey Stephi, hör auf, weiter deine Zeit und deine Energie zu verschwenden! 

Für den Rest vom Körper habe ich dieses Konzept lustigerweise schon länger umgesetzt. Beispielsweise mache ich für die Arme und die Brust jeweils nur noch drei Übungen, für den Rücken inklusive Schultern bin ich bei 4-5. Klingt erst mal nach sehr wenig, aber es reicht absolut aus. Denn statt hektisch von einer Übung zur nächsten zu hetzen, kann ich mir für meine Sätze nun jedes Mal genug Zeit nehmen. Ich konzentriere mich besonders auf die Ausführung und versuche, auch alles an Energie reinzulegen was geht. Und wenn ich merke, dass ich mit den aktuellen Übungen nicht mehr zufrieden bin oder sich die Muskeln zu sehr daran gewöhnt haben, wechsle ich einfach mal durch. 

Was ich damit sagen möchte: Qualität bringt eigentlich in den meisten Fällen mehr, als pure Quantität.

 

Qualität im Alltag

Und da ich weiß, das nicht alle so begeistert ins Fitnessstudio gehen wie ich, meine Aussage lässt sich eigentlich auf das gesamte Leben übertragen.

Lieber erfüllt man seine Aufgaben einmal ordentlich, als wieder und wieder ran zu müssen.

Lieber lese ich 3 Blogposts und schreibe einen ausführlichen Kommentar als bei 20 lieblos 2 Sätze hinzurotzen.

Lieber plane ich nur 3 Postings mit durchdachtem Content die Woche, als auf Zwang irgendetwas zu hochzuladen.

Lieber habe ich 5 wahre Freunde, auf die ich mich immer verlassen kann, als 30 oberflächliche Bekanntschaften.

 

Teilt ihr meine Einstellung zum Thema Qualität vor Quantität? Oder habt ihr mit „Viel hilft viel“ bessere Erfahrungen machen können?

 

22 Kommentare

    1. Wow vielen Dank für das tolle Kompliment 😊 Ich finde damit triffst du es vollkommen auf den Punkt! Vor allem richtige Technik ist so so wichtig 😱

  1. Kann ich so unterschreiben. Da ich nicht ins Fitnessstudio gehe, kann ich dazu wenig sagen, aber auch beim Hometraining bringt eine halbe Stunde durchpowern viel mehr, als eine Stunde halbherziges herumhopsen.

    Außerdem fällt mir dazu spontan die Arbeitsweise in vielen Unternehmen ein. Hauptsache mindestens 8-20 Uhr im Büro hocken, aber nur halb so viel schaffen, wie jemand, der von 10-17 Uhr einfach mal macht. 🙂

    Übrigens fällt mir jetzt erst auf, dass du eine super Fitnessmotivation bist. Unter den dicken Winterklamotten sieht man das ja gar nicht. 😀 Musste dich gerade erstmal auf Instagram suchen und folgen. 🙂

    Liebe Grüße
    Jana
    http://www.comfort-zone.net

    1. Vielen Dank Jana 😊 Es muss ja nicht immer das Fitnessstudio sein! Zuhause habe ich die gleichen Erfahrungen gemacht 😊

      Über das Thema habe ich tatsächlich schon einige Diskussionen geführt und kann dir nur zustimmen 😄 Vielleicht wären manche sogar schneller und produktiver, wenn sie statt nach Zeit, nach Arbeit bezahlt werden würden?

      Vielen Dank auch für das Kompliment! Das freut mich sehr 😊 Im Winter bin ich einfach eine absolute Frostbeule 😄

      Liebe Grüße!

  2. Ich finde, du hast genau die richtige Einstellung. Ich bin sonst auch schnell bei der Fraktion „viel hilft viel“ aber es gibt genauso oft Dinge, die einfach wichtiger sind als jetzt noch zwanghaft eine Einheit durchzupowern obwohl man weder Kraft noch Lust dazu hat. Liebe Grüße, Feli von http://www.felinipralini.de

    1. Vielen Dank Feli 😊 Genau du sagst es! Da sollte man seine Prioritäten einfach flexibel auch mal neu setzen können.

  3. Also ich muss sagen: Erstmal WOW für deine Definition und deine Muskeln – sieht toll aus! Ich kann dir nur zustimmen, Qualität geht vor Quantität – wer seine Übungen nicht ordentlich ausführt und nur halbherzig dabei ist, der wird leider auch nur mäßige bzw. teilweise sogar gar keine Erfolge sehen…

    Also ein toller und motivierender Post. Da hab ich gleich Lust zum Training zu gehen. 😀

    Liebe Grüße
    Clara

    1. Vielen Dank Clara, das freut mich, dass ich dich motivieren konnte 😊 Genau so ist es. Und ich finde über einen kürzeren Zeitraum fällt es einem auch viel leichter, ordentlich und fokussiert zu bleiben 😊

  4. Wenn ich im Fitnessstudio bin, bin ich meistens auch nach einer Stunde durch und wirklich ausgepowert. Ich bin da ganz deiner Meinung und mache lieber wenige und dafür intensive Übungen, als viele nicht so anstrengende.
    Liebe Grüße,
    Laura von lauraskreativecke

  5. Ich mag Deine Blogposts wirklich total gerne, weil ich sie so oft auf mein eigenes Leben übertragen kann und sie immer so viel wahres enthalten. Ich bin auch vollkommen der Meinung: Weniger ist mehr!
    Klar an manchen Tagen, wenn ich richtig schlecht gelaunt bin, hilft viel Schokolade auch viel. 😀

    Liebste Grüße
    AnnaLucia von http://annalucia.de/

    1. Oh wow vielen Dank für das Kompliment 😳 Schokolade ist wohl mit eine der wenigen Ausnahmen, wo viel wirklich viel hilft 😄👌🏻

  6. WOW, da krieg ich wirklich ein MEGA-schlechtes Gewissen!!! 🙂 Ich muss jetzt dringend wieder mit Sport beginnen. Fitnessstudio war aber noch nie etwas für mich, ich mache meine Workouts lieber daheim.

    Viele liebe Grüße,
    Janika

    ZUM BLOG…

    1. Blödsinn, da brauchst du gar kein schlechtes Gewissen haben! 😊 Ich finde, Sport sollte vor allem auch Spaß machen und kein Zwang sein. Ich finde Workouts zuhause auch klasse, vor allem kleine HIIT Trainings oder auch eine gemütliche Runde Yoga abends vor dem Fernseher 😊

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